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Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie im "ABC der Psychiatrie" Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und weitere Themen rund um die Psychiatrie.

Psychiatrie von A-Z

Erfahren Sie wissenswertes

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Abhängigkeit

Die Abhängigkeit eines Menschen, umgangssprachlich auch Sucht genannt, zeigt sich im unbezwingbaren Verlangen nach einer bestimmten Substanz (stoffgebunden) oder Verhaltensweise (stoffungebunden). Durch die Einnahme eines Stoffes möchte der Betroffene sich besser fühlen oder ein Missempfinden beseitigen. Bei einer stoffungebundenen Abhängigkeit hat ein Mensch den Drang, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben: zum Beispiel spielen, essen, putzen, arbeiten oder einkaufen. Etwa fünf Prozent aller Deutschen sind stoffgebunden abhängig, die meisten von einer legal verfügbaren Substanz wie Alkohol oder Medikamenten: Rund 2,5 Millionen der Deutschen sind alkoholabhängig und 1,4 Millionen medikamentenabhängig, dagegen sind lediglich 120.000 von einer illegalen Droge wie zum Beispiel Kokain abhängig.

ADHS

Bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) handelt es sich um eine Aufmerksamkeitsstörung. Die Beschwerden können vom Vorschul- bis ins Erwachsenenalter auftreten. Oft bleiben bei Personen, bei denen im Kindes- oder Jugendalter ADHS festgestellt wurde, die Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen. Menschen mit ADHS können sich nur schwer konzentrieren, sind einfach abzulenken und reagieren sehr impulsiv. Eine deutliche Überaktivität tritt nicht immer auf – daher unterscheiden Mediziner zwischen dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS) und dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Überaktivität (ADS). ADHS ist eine der häufigsten kinderpsychiatrischen Störungen. Etwa drei bis sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben ADHS. Die Störung geht häufig mit Lernschwierigkeiten, Probleme mit der Konzentration und der Disziplin einher. Betroffene Kinder und Jugendliche fallen durch impulsives, zum Teil leichtsinniges, unüberlegtes Handeln auf und zeigen eine erniedrigte Frustrationstoleranz sowie die Tendenz nach rascher Bedürfnisbefriedigung. Dies führt in der Regel zu einem unangepassten und überstürzten Arbeitsstil, der beispielsweise durch vermehrte Flüchtigkeitsfehler auffällt. Auch weil sie oft nur eine begrenzte Zeit zuhören können. Ihre intellektuellen Fähigkeiten werden deshalb oft unterschätzt. Häufig haben die Kinder gleichzeitig ein starkes Verlangen, sich zu bewegen. Diese motorische Überaktivität bedeutet nicht nur einen stärkeren Bewegungsdrang, sondern eine exzessive Ruhelosigkeit. Es fällt ihnen schwer, ruhig sitzen zu bleiben, Geschick beweisen sie dagegen beim Rennen und Klettern. Dabei sind sie furchtloser, als es ihrer Entwicklung entspricht. Trotz der intensiven körperlichen Betätigung haben die Kinder ein eher geringeres Schlafbedürfnis.

Aggression

Aggressionen sind Verhaltensweisen eines Menschen, die oft auch anderen schaden und mit negativen und destruktiven Gedanken einhergehen können. Aggression und damit die Bereitschaft zur Gewalt nimmt in unserer Gesellschaft ganz allgemein zu. Die Mehrheit der gewalttätigen Menschen ist nicht psychisch krank. Psychisch kranke und gestörte Menschen sind nicht häufiger gewalttätig als andere, auch wenn spektakuläre Medienberichte in der Öffentlichkeit ein anderes Bild entstehen lassen. Allerdings sind manche psychiatrischen Erkrankungen wie die paranoiden schizophrenen Psychosen (Schizophrenie) mit einem erhöhten Risiko für Gewalttaten verbunden.

Alkoholismus

Alkoholismus, die Abhängigkeit von Alkohol, ist in Deutschland die häufigste Suchterkrankung. Etwa zweieinhalb Millionen Deutsche, das entspricht circa drei Prozent der Bevölkerung, sind alkoholabhängig, Männer sechs- bis siebenmal häufiger als Frauen. Bei Alkoholikern beeinflusst Alkohol den Tagesablauf und das soziale Leben drastisch. Alkohol beeinträchtigt die körperliche und geistige Gesundheit, die Beziehungen zu anderen Menschen, das Sozialleben und die Arbeit. Der plötzliche Entzug der Droge kann zu dramatischen Entzugserscheinungen führen (Delir). Alkoholismus wird häufig von Ärzten übersehen, viele Betroffene leugnen ihr Trinken auch bei direkter Nachfrage. Alkoholiker werden auf speziellen Suchtstationen eines Krankenhauses behandelt. Die Therapie beginnt immer mit einem Alkoholentzug. Das Ziel ist völlige Abstinenz, nicht das kontrollierte Trinken. Eine Entgiftung dauert wenige Wochen, dabei müssen alle Körperfunktionen medizinisch überwacht werden. Anschließend folgt die Entwöhnung, die eigentliche Suchttherapie. In dieser Zeit werden die Betroffenen etwa zwei bis sechs Monate in speziellen Fachkliniken behandelt. Vor allem mithilfe einer Psychotherapie lernen sie dort, ihre Sucht zu bewältigen. Das soziale Umfeld der Alkoholabhängigen, ihre Partner und Angehörige werden meist in die Therapie mit einbezogen. Dennoch ist die Gefahr eines Rückfalls sehr groß, höchstens 50 Prozent gelingt eine dauerhafte Abstinenz.

Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Sie beginnt meist im sechsten bis siebten Lebensjahrzehnt und entwickelt sich langsam schleichend. Die ersten Anzeichen sind scheinbar zufällige Vergesslichkeit, später kommen Denk- und Wahrnehmungsstörungen hinzu, dann der Verlust der Urteilsfähigkeit, Störungen des komplexen Denkens und Koordinationsstörungen bis hin zum Verlust des Wissens um die eigene Person.

Amnesie

Eine Amnesie ist die Beeinträchtigung der Erinnerungsfähigkeit. Sie wird verursacht durch eine vorübergehende oder andauernde Erkrankung bestimmter Hirnregionen, die für Erinnerungen oder deren Verarbeitung zuständig sind.

Angst

Angst ist ein menschliches Gefühl, das zum Leben dazugehört. Sie stellt sich ein, wenn eine Gefahr erwartet wird, auf die sich die Psyche vorbereitet. Sie ist eines der menschlichsten und häufigsten Gefühle. Angststörungen gehören zu den meist verbreiteten seelischen Erkrankungen unserer Zeit. Die genaue Definition ist jedoch schwierig. Fälschlicherweise werden im alltäglichen Sprachgebrauch Begriffe wie Furcht und Schreck häufig synonym verwendet. Furcht gilt als klar auf eine äußere Gefahr hin ausgerichtet. Angst ist dagegen unbestimmt. Sie ist immer ein Ausdruck äußerer oder innerer seelischer Bedrohung. Angst reicht von einfachem Erschrecken, das in einer Situation angemessen und sinnvoll ist, bis hin zu einer scheinbar sinnlosen, alles beherrschenden Existenzangst. Zu den wichtigsten Angstformen gehört die Panikattacke. Bei heftiger Angst oder bei Panikattacken leiden die Betroffenen vor allem unter körperlichen Beschwerden. Häufig kommt ein Gefühl der Benommenheit oder Unwirklichkeit hinzu. Manchmal leiden die Betroffenen unter den körperlichen Erscheinungen, ohne sich der Angst bewusst zu sein. Unter krankhafter Angst leiden Patienten bei nahezu allen Psychosen wie bei Schizophrenie, manisch-depressiven Erkrankungen (Manie/Depression), Neurosen und manchmal auch bei körperlichen Erkrankungen wie Asthma oder Engegefühl des Herzens (Angina Pectoris).

Anpassungs-und Belastungsstörung

Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen entstehen im zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen, wie chronisch sozialen Konflikten und Überforderung, körperlichen Erkrankungen, akuten Lebensereignissen und traumatischen Erlebnissen. Sie entstehen unabhängig von einer neurotischen Veranlagung oder Empfänglichkeit des Betroffenen. Unterschieden wird zwischen einer akuten Belastungsreaktion, einer Anpassungsstörung und der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Ihnen gemein ist das belastende Ereignis als ausschlaggebender Kausalfaktor, ohne Ereignis wäre die Störung nicht entstanden. Als Folge tritt eine erhebliche Beeinträchtigung der sozialen Leistungsfähigkeit ein, Betroffene fühlen sich alltäglichen Situationen und Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Autismus

Autismus ist eine schwere Störung der Verhaltenssteuerung, die meist im Säuglings- oder Kleinkindalter beginnt und sich über alle weiteren Entwicklungsstufen fortsetzt. Autismus beeinflusst das Verhalten, das Sozialleben und die Kommunikation. Das Krankheitsbild ist nicht einheitlich, Autismus in der frühen Kindheit und bei Erwachsenen unterscheidet sich. Autistischer Rückzug in das eigene Innenleben kommt auch als ganz normaler Charakterzug in unterschiedlicher Ausprägung vor, außerdem findet er sich bei Menschen mit Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie. Menschen mit Autismus können Außenreize nicht nach Bedarf unterdrücken, sondern sind einer ständigen Informationsflut hilflos ausgesetzt. Für sie bleibt alles immer neu, Stunde für Stunde. Sie sind überfordert und verängstigt. Deshalb fehlt ihnen die Fähigkeit zur Anpassung, wie sie der moderne Alltag erfordert. Wenn sich etwas zu verändern droht, geraten sie in Angst und Panik. Autisten gelten als schweigsam und still. Die Betroffenen leben in einer eigenen Gedanken- und Vorstellungswelt und scheinen in ihrer gefühlsmäßigen Leere völlig unbeeinflussbar. Manche haben überdurchschnittliche Begabungen, ihre Fähigkeit zu abstraktem und logischem Denken ist außergewöhnlich stark ausgeprägt. Der frühkindliche Autismus bildet ein eigenes Syndrom kindlicher Verhaltensstörungen. Eine erkannte Problematik ist der frühkindliche Konflikt zwischen Kontaktbedürfnis und Kontaktangst bei der Begegnung mit Erwachsenen. Die beiden dauernd aktivierten gegenteiligen Verhaltenstendenzen führen zu einem inneren Dauerkonflikt und dieser wiederum zur chronischen Übererregung, zu inneren Blockierungen, zwanghaftem Verhalten und zur Einschränkung auf eine verarmte, enge Eigenwelt, um der vor allem Neuen auftretenden Angst zu entgehen. Beim frühkindlichen Autismus fällt vor allem eine Störung der Sprachentwicklung auf. Autistische Kinder können zwar sprechen, haben aber oft kein Interesse oder keinen Bedarf an einer Sprachentwicklung. Bei autistischen Kindern ist eine frühzeitige Diagnose schwierig. In Selbsthilfegruppen können sich Angehörige gegenseitig mit Rat und Tat unterstützen.
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