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Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie im "ABC der Psychiatrie" Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und weitere Themen rund um die Psychiatrie.

Psychiatrie von A-Z

Erfahren Sie wissenswertes

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Elektrokrampftherapie (EKT)

Bei einer Elektrokrampftherapie (EKT) wird durch eine kurze elektrische Reizung ein Krampfanfall im Gehirn ausgelöst, der einem epileptischen Anfall gleicht. Dabei erhält ein Patient in Narkose über Elektroden an den Schläfen eine genau dosierte Strommenge. Dem Krampfanfall folgt meist ein kurzer Schlaf. Komplikationen bei der Behandlung sind sehr selten. Gelegentlich leidet der Behandelte unter leichten Gedächtnisstörungen, die jedoch bald wieder verschwinden. Die EKT entstand zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und wurde bei fast allen psychiatrischen Krankheiten angewandt. Seit es wirkungsvolle Medikamente (Psychopharmaka) gibt, wird ihre Anwendung immer seltener. Heute ist diese Therapie manchmal die letzte Möglichkeit, sehr schwere, lang andauernde Psychosen zu heilen. Für bestimmte Formen der Depression und Schizophrenie, die sich trotz Medikamente nicht bessern, ist die EKT oft die letzte, aussichtsreiche Behandlungsmöglichkeit. In vielen Fällen rückt ein Patient nur nach einer Behandlung mit einer EKT von seinem Wunsch ab, sich selber zu töten. Bei einer bestimmten Form der Schizophrenie kann die EKT sogar lebensrettend sein.

Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung

Die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist eine Form der sogenannten spezifischen Persönlichkeitsstörungen. Betroffene leiden zumeist unter wechselnder, instabiler Stimmung, einem chronischen Gefühl innerer Leere, einer Neigung zu intensiven aber unbeständigen Beziehungen mit ggf. häufigen emotionalen Krisen, bzw. übermäßigen Anstrengungen nicht verlassen zu werden, impulsivem Handeln, oft ohne im Moment die Konsequenzen abzuschätzen, sowie chronischen oder häufig wiederkehrenden Suizidgedanken. Des Weiteren können Unklarheiten bezüglich des Selbstbildes, persönlicher Ziele oder innerer Präferenzen bestehen. Es kann zu Ausbrüchen intensiven Ärgers mit explosivem oder sogar gewalttätigem Verhalten kommen. Im Rahmen der instabilen Stimmung können häufig extreme Anspannungszustände auftreten, die Betroffene nicht selten durch Selbstverletzungen (z. B. Schneiden etwa am Unterarm) oder manchmal auch durch Hochrisikoverhalten (z. B. sehr schnelles Autofahren) zu beenden versuchen. Betroffene berichten häufig, dass sie sowohl unangenehme wie auch angenehme Gefühle sehr intensiv erleben. In der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD-10) werden zwei Untertypen der Erkrankung unterschieden: Zum einen die Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ, bei der häufig und stark wechselnde Stimmung, das Gefühl innerer Lehre und emotionale Krisen mit Suizidalität im Vordergrund stehen. Zum anderen der impulsive Typ, bei dem Betroffene eher unter mangelnder Impulskontrolle und Ausbrüchen von Wut, bedrohlichem oder sogar gewalttätigem Verhalten leiden. Die Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist über die gesamte Lebenszeit bei 1,5-3% aller Menschen zu diagnostizieren. Sie wird zumeist im jungen Erwachsenenalter erstdiagnostiziert. Zur Behandlung ist die Durchführung einer spezifischen Psychotherapie das Mittel der Wahl. In wissenschaftlichen Studien haben sich u. a. die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT), die Schematherapie (SFT) und die Übertragungsfokussierte Therapie (TFP) als wirksam und die Beschwerden häufig gut lindernd erwiesen. Allerdings können auch andere, weniger aufwändige Psychotherapieverfahren Betroffenen weiterhelfen und auch die Anwendung von Teilelementen der genannten spezifischen Therapien kann nach aktueller Studienlage zu guten Erfolgen führen. Die Einnahme von Medikamenten lindert die Hauptsymptome der Emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung laut aktueller Studienlage kaum. Allerdings können die häufig im Rahmen der Störung auftretenden Depressionen und / oder Ängste meist wirksam mit entsprechenden Medikamenten gebessert werden.

Entgiftung/Entzug

Bei einem Entzug wird dem Körper eines Menschen ein Stoff entzogen, den dieser meist zur Befriedigung seiner Abhängigkeit zuvor regelmäßig eingenommen hat. Meist leiden die Betroffenen unter starken Entzugserscheinungen, sodass sie in einem Krankenhaus intensiv betreut werden müssen. Die körperliche Entgiftung ist bei einer Abhängigkeit nur der erste Behandlungsteil, der wenige Tage dauert. Im „qualifizierten Entzug“ einer suchttherapeutischen Klinik wird der körperliche Entzug durch eine Motivationsbehandlung ergänzt, bei welcher der Betroffene Informationen erhält und zu einer weiterführenden Behandlung motiviert wird. Danach folgt die zeitlich längere Phase der Entwöhnungsbehandlung, in der die Betroffenen ihre körperliche und psychische Abhängigkeit überwinden.

Entwöhnung

Um seine Abhängigkeit zu überwinden, benötigt ein suchtkranker Patient oft nach einer Entgiftung eine Phase der Entwöhnung, die meist zwischen zwei und sechs Monaten dauert. Dabei verzichtet er auf sein gewohntes Sucht- oder Genussmittel, um sich aus alten Gewohnheiten zu lösen und ein Leben ohne Suchtmittel aufzubauen. Erst nach Monaten klingen die körperlichen Begleiterscheinungen einer Drogenabhängigkeit ab. Dazu gehören Störungen unwillkürlicher Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck und Verdauung, aber auch Schlafstörungen und Gewichtsverlust. Häufig benötigt ein Süchtiger nach der Entwöhnung weitere sechs Monate, um sich in seinem drogenfreien Leben zu stabilisieren.

Epilepsie

Die Epilepsie ist ein so genanntes Anfallsleiden, das früher auch Fallsucht genannt wurde. Rund 0,5 bis ein Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen. Die Krankheit äußert sich vor allem in immer wiederkehrenden epileptischen Anfällen, die durch kurzschlussartige Vorgänge im Gehirn ausgelöst werden. Bei einem so genannten großen Anfall, nach dem Französischen auch „grand mal“ genannt, kommt es zur blitzartigen Bewusstlosigkeit. Dabei stürzt der Betroffene zu Boden, der ganze Körper verkrampft und schüttelt sich heftig. Ein solcher Anfall kann ein bis zwei Minuten dauern. Trotz des dramatischen Verlaufs erholt sich der Betreffende nach kurzer Zeit, doch beim Sturz kann er sich schwere Verletzungen zuziehen. Auslöser für die Anfälle können äußere Umstände sein wie Fieber, Sonnenbestrahlung oder Vergiftungen, oder auch eine krankhafte Veränderung im Gehirn. Begleiterscheinung der Krankheit ist die so genannte epileptische Wesensveränderung, von der etwa die Hälfte der Epileptiker betroffen sind: Ihr Denken wird zähflüssig, sie werden umständlich und weitschweifig, wiederholen sich immer wieder und können sich auf nichts Neues einlassen. Behandelt wird Epilepsie vor allem mit Medikamenten, die Anfälle verhindern sollen. Siebzig bis neunzig Prozent der Kranken bleiben durch Medikamente von Anfällen verschont. Patienten mit einer Epilepsie sollten regelmäßig in einer Klinik untersucht werden, um einen ungünstigen Verlauf der Krankheit zu verhindern.

Essstörungen

Seit einigen Jahrzehnten nehmen Essstörungen wie Ma­ger­sucht (Anorexie) und Bulimie in der Bevölkerung zu. Rund ein Prozent der Mädchen leiden in ihrer Jugend unter Magersucht, etwa zwei Prozent der Deutschen sind von Bulimie betroffen. PatientInnen mit Essstörungen werden meist in klinischen Einheiten behandelt, die sich darauf spezialisiert haben. Von Essstörungen sind rund fünf Millionen Menschen in Deutschland betroffen, Tendenz steigend.
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