Wir verwenden Cookies für die optimale Funktion unserer Website. Wenn Sie weiter auf unserer Website surfen, erklären Sie sich mit unseren Regeln hinsichtlich des Setzens von Cookies einverstanden.

Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie im "ABC der Psychiatrie" Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und weitere Themen rund um die Psychiatrie.

Autismus

Autismus ist eine schwere Störung der Verhaltenssteuerung, die meist im Säuglings- oder Kleinkindalter beginnt und sich über alle weiteren Entwicklungsstufen fortsetzt. Autismus beeinflusst das Verhalten, das Sozialleben und die Kommunikation. Das Krankheitsbild ist nicht einheitlich, Autismus in der frühen Kindheit und bei Erwachsenen unterscheidet sich. Autistischer Rückzug in das eigene Innenleben kommt auch als ganz normaler Charakterzug in unterschiedlicher Ausprägung vor, außerdem findet er sich bei Menschen mit Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie. Menschen mit Autismus können Außenreize nicht nach Bedarf unterdrücken, sondern sind einer ständigen Informationsflut hilflos ausgesetzt. Für sie bleibt alles immer neu, Stunde für Stunde. Sie sind überfordert und verängstigt. Deshalb fehlt ihnen die Fähigkeit zur Anpassung, wie sie der moderne Alltag erfordert. Wenn sich etwas zu verändern droht, geraten sie in Angst und Panik. Autisten gelten als schweigsam und still. Die Betroffenen leben in einer eigenen Gedanken- und Vorstellungswelt und scheinen in ihrer gefühlsmäßigen Leere völlig unbeeinflussbar. Manche haben überdurchschnittliche Begabungen, ihre Fähigkeit zu abstraktem und logischem Denken ist außergewöhnlich stark ausgeprägt. Der frühkindliche Autismus bildet ein eigenes Syndrom kindlicher Verhaltensstörungen. Eine erkannte Problematik ist der frühkindliche Konflikt zwischen Kontaktbedürfnis und Kontaktangst bei der Begegnung mit Erwachsenen. Die beiden dauernd aktivierten gegenteiligen Verhaltenstendenzen führen zu einem inneren Dauerkonflikt und dieser wiederum zur chronischen Übererregung, zu inneren Blockierungen, zwanghaftem Verhalten und zur Einschränkung auf eine verarmte, enge Eigenwelt, um der vor allem Neuen auftretenden Angst zu entgehen. Beim frühkindlichen Autismus fällt vor allem eine Störung der Sprachentwicklung auf. Autistische Kinder können zwar sprechen, haben aber oft kein Interesse oder keinen Bedarf an einer Sprachentwicklung. Bei autistischen Kindern ist eine frühzeitige Diagnose schwierig. In Selbsthilfegruppen können sich Angehörige gegenseitig mit Rat und Tat unterstützen.