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Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie im "ABC der Psychiatrie" Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und weitere Themen rund um die Psychiatrie.

Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung

Die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist eine Form der sogenannten spezifischen Persönlichkeitsstörungen. Betroffene leiden zumeist unter wechselnder, instabiler Stimmung, einem chronischen Gefühl innerer Leere, einer Neigung zu intensiven aber unbeständigen Beziehungen mit ggf. häufigen emotionalen Krisen, bzw. übermäßigen Anstrengungen nicht verlassen zu werden, impulsivem Handeln, oft ohne im Moment die Konsequenzen abzuschätzen, sowie chronischen oder häufig wiederkehrenden Suizidgedanken. Des Weiteren können Unklarheiten bezüglich des Selbstbildes, persönlicher Ziele oder innerer Präferenzen bestehen. Es kann zu Ausbrüchen intensiven Ärgers mit explosivem oder sogar gewalttätigem Verhalten kommen. Im Rahmen der instabilen Stimmung können häufig extreme Anspannungszustände auftreten, die Betroffene nicht selten durch Selbstverletzungen (z. B. Schneiden etwa am Unterarm) oder manchmal auch durch Hochrisikoverhalten (z. B. sehr schnelles Autofahren) zu beenden versuchen. Betroffene berichten häufig, dass sie sowohl unangenehme wie auch angenehme Gefühle sehr intensiv erleben. In der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD-10) werden zwei Untertypen der Erkrankung unterschieden: Zum einen die Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ, bei der häufig und stark wechselnde Stimmung, das Gefühl innerer Lehre und emotionale Krisen mit Suizidalität im Vordergrund stehen. Zum anderen der impulsive Typ, bei dem Betroffene eher unter mangelnder Impulskontrolle und Ausbrüchen von Wut, bedrohlichem oder sogar gewalttätigem Verhalten leiden. Die Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist über die gesamte Lebenszeit bei 1,5-3% aller Menschen zu diagnostizieren. Sie wird zumeist im jungen Erwachsenenalter erstdiagnostiziert. Zur Behandlung ist die Durchführung einer spezifischen Psychotherapie das Mittel der Wahl. In wissenschaftlichen Studien haben sich u. a. die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT), die Schematherapie (SFT) und die Übertragungsfokussierte Therapie (TFP) als wirksam und die Beschwerden häufig gut lindernd erwiesen. Allerdings können auch andere, weniger aufwändige Psychotherapieverfahren Betroffenen weiterhelfen und auch die Anwendung von Teilelementen der genannten spezifischen Therapien kann nach aktueller Studienlage zu guten Erfolgen führen. Die Einnahme von Medikamenten lindert die Hauptsymptome der Emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung laut aktueller Studienlage kaum. Allerdings können die häufig im Rahmen der Störung auftretenden Depressionen und / oder Ängste meist wirksam mit entsprechenden Medikamenten gebessert werden.