In der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie, die seit 2002 in dieser Form besteht, werden alle Patienten behandelt, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, sowie Patienten, bei denen kognitive Störungen ein Ausmaß erreicht haben, das den Begriff der Demenz rechtfertigt. Insgesamt wird aber das gesamte Spektrum psychiatrischer Erkrankungen behandelt. Die Abteilung besteht seit Fertigstellung des Neubaus aus drei Stationen mit insgesamt 74 Planbetten. Die Stationen der Gerontopsychiatrie Die Abteilungsstruktur mit einer Binnendifferenzierung des stationären Bereichs nach diagnostischen Schwerpunkten hat sich insgesamt bewährt und wurde dementsprechend beibehalten: die offene psychiatrisch-psychotherapeutische Station G6 für Patienten mit depressiven und Angsterkrankungen, die geschützten Stationen für Patienten mit ausgeprägteren Demenzerkrankungen (G7) sowie die ehemalige Aufnahmestation G66, auf der jetzt Patienten behandelt werden, die an psychotischen Erkrankungen, z. B. an Schizophrenie leiden sowie Patienten in schweren suizidalen Krisen und anderen psychiatrischen Ausnahmesituationen. Beibehalten wurde auch die Aufnahmeorganisation: die Patienten werden direkt auf den jeweiligen Stationen aufgenommen. Dadurch bleibt von der Aufnahme bis zur Entlassung und gegebenenfalls auch im ambulanten Bereich durch Behandlung in der PIA Beziehungskontinuität gewahrt. Neben der ärztlich-therapeutischen Beziehungskontinuität, die idealerweise auch über die Zeit des stationären Aufenthaltes hinausreicht, spielt diese auch im pflegerischen Bereich eine immer größere Rolle. Ausdruck dieser Beziehungsgestaltung ist ein Bezugspflegesystem, welches konsequent in unserer Klinik umgesetzt wird. Seit 2005 führen wir ein koordiniertes Entlassungsmanagement zur Gewährleistung einer individuellen, kontinuierlichen, bedarfs- und bedürfnisgerechten Versorgung der Patienten über den Krankenhausaufenthalt hinaus durch. Hierbei werden individuell die Evaluation des Pflegebedarfs für die pflegerische Weiterversorgung durchgeführt und Patienten oder Angehörige hierzu beraten und unterstützt.
Mit zunehmendem Alter steigt das Sturzrisiko in einem erheblichen Umfang. Um diesem Risiko Rechnung zu tragen, um Stürze zu verhindern und Sturzfolgen zu mindern, führen wir ein Interventionsprogramm zur Sturzprophylaxe durch. Menschen mit Demenzerkrankungen sind häufig nicht mehr in der Lage, über ihr Befinden, ihre Vorlieben oder Ängste, ihre Gefühle und Empfindungen Auskunft zu geben. Da Pflege und Versorgung von Demenzkranken ein intensives Beziehungsgeschehen darstellt, das nicht oder nicht immer verbal gesteuert und entwickelt werden kann, besteht oft die Gefahr von Fehlentwicklungen, die sich auch in symptomatischen Störungen bei Patienten manifestieren können. Der personenzentrierte Ansatz des Dementia Care Mapping (DCM) versucht die Perspektive und das Wohlbefinden von Patienten in Pflegekontexten abzubilden. Mit DCM wird erfasst, inwiefern sich bestimmte Maßnahmen oder Verhaltensweisen in einer Einrichtung auf die Patienten auswirken, ob sie förderliche oder eher nachteilige Effekte haben. Wir führen auf der Station G7, der Station für Demenzerkrankungen, zweimal jährlich, jeweils an zwei Tagen, DCM-Evaluationen durch.
Tagesklinik Heilbronn Seit Juni 2007 besteht das Angebot der tagesklinischen Betreuung von Patienten in Heilbronn. Weitere Informationen finden Sie hier: >>> Psychiatrische Tagesklinik Heilbronn Institutsambulanz (PIA) Insbesondere ältere psychisch erkrankte Patienten sind im System der traditionellen ambulanten Versorgung aufgrund ihrer besonderen Bedürfnisse und Problembereiche eher unterversorgt. Daher stellt die PIA eine notwendige und sinnvolle, aber nicht hinreichende Erweiterung der Versorgungsmöglichkeiten dar. Sowohl im Bereich der Betreuung von Patienten, die in Pflegeheimen und ähnlichen Institutionen leben und durch die reguläre ambulante fachärztliche Behandlung nicht mehr erreicht werden, wie auch bei den Patienten, die wegen schwerwiegender psychiatrischer Störungsmuster besonderer und intensivierter Behandlungsangebote bedürfen, ist die PIA in der Lage, komplexe Behandlungen zu realisieren. Die PIA-Leistungen für die poststationären Patienten werden von den jeweils verantwortlichen Fachärzten der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie erbracht, für den Bereich der Heimversorgung, der als aufsuchende Einrichtung vor Ort tätig wird, sind mittlerweile zwei Fachärzte tätig. Angehörigenarbeit
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Angehörigenarbeit der Klinik. Diese wird aktuell in den Gesprächs- und Vortragsabenden für Angehörige von Demenzerkrankten angeboten. Behandlungsziele in der Gerontopsychiatrie Ziel der Behandlung psychisch erkrankter älterer Menschen ist es, vorhandene psychosoziale und körperliche Kompetenzen zu stabilisieren bzw. zu erweitern. Die Wiederherstellung einer größtmöglichen Eigenständigkeit und Lebensqualität ist das übergeordnete Ziel aller therapeutischen Aktivitäten. Differenzierte Behandlung der psychischen Störung, Förderung individueller Ressourcen und Wiedereingliederung in das soziale Umfeld sollen den alten Menschen ein Höchstmaß an Autonomie und Lebensfreude zurückbringen. Gerontopsychiatrischer Schwerpunkt des Landkreises Heilbronn am Klinikum am Weissenhof (GPSP) Im Juli 2002 nahm im Klinikum am Weissenhof der gerontopsychiatrische Schwerpunkt, eine Einrichtung des Landkreises Heilbronn in Kooperation mit dem Klinikum am Weissenhof, seine Arbeit auf. Als regionales Kompetenzzentrum soll er folgende Aufgaben erfüllen: Weiterentwicklung des bestehenden Hilfesystems unter besonderer Berücksichtigung der Belange gerontopsychiatrisch Erkrankter und deren Angehörigen, Umsetzung neuer wissenschaftlicher und fachlicher Erkenntnisse in die Praxis, Verbesserung des Informationsstandes über gerontopsychiatrische Erkrankungen und regionale Möglichkeiten der Diagnostik, Therapie und weitere Hilfen, Stärkung der häuslichen Pflegesituation und Erhöhung der Bewältigungs- und Handlungskompetenz der Pflegenden und Betreuenden. Der Gerontopsychiatrische Schwerpunkt bietet jährlich Fortbildungen mit vielfältigen Angeboten zum Thema Demenz an.
Weitere Informationen zum GPSP finden Sie hier: >>> GPSP Zukünftige Entwicklung Ziel der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie ist es, mittel- und langfristig Versorgungsstrukturen zu schaffen, die trotz der demografischen Entwicklung in Deutschland und der gegenläufigen Entwicklung bei den Ressourcen ein qualitativ wie quantitativ attraktives Angebot ermöglichen. Dies geschieht durch den Ausbau teilstationärer und ambulanter Behandlungsformen z. B. im Rahmen der effektiveren Nutzung von Institutsambulanz und tagesklinischen Behandlungsangeboten, sowie deren Integration mit dem stationären Bereich. Die Entwicklung eines gerontopsychiatrischen Zentrums mit umfassenden diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten fasst diese Perspektiven in einem Begriff zusammen.
|