Wir verwenden Cookies für die optimale Funktion unserer Website. Wenn Sie weiter auf unserer Website surfen, erklären Sie sich mit unseren Regeln hinsichtlich des Setzens von Cookies einverstanden.

Soziales Training

Soziales Training ist ein elementarer Bestandteil der forensischen Pflege. In vielen Fällen führen „soziale Defizite“ in Verbindung mit der psychiatrischen Erkrankung zur Delinquenz und somit zur Unterbringung im MRV. Durch den Sicherungsauftrag wird das Training der sozialen Kompetenzen im MRV erschwert.

Soziales Training beinhaltet im MRV eine Fülle von Themen, wie z. B. grundlegende Fertigkeiten im Bereich Hygiene, Kleidung, Ordnung, Alltagspraktisches Wissen, aber auch soziale Fertigkeiten, wie Kontakte aufnehmen und erhalten; mit Konflikten und Alltagsbelastungen umgehen; Interessen/Bedürfnisse erkennen und nutzen; Einhalten von Verbindlichkeiten, aber auch das Erleben von Spaß und Freude am Leben.

Differenzierte, aufeinander aufbauende Stationskonzepte und schrittweise Unterbringungslockerungen ermöglichen eine, den Sicherheitsbedingungen angepasste, Erweiterung der Trainingsmöglichkeiten.

Schon zu Beginn der Behandlung im Sicherheitsbereich werden Ressourcen und Defizite (soziales Funktionsniveau) gezielt erfasst (Pflegeanamnese) und dienen als Grundlage für die weitere Behandlung. Es wird versucht, die „Alltagsfertigkeiten“ durch die Übernahme von häuslichen Diensten, begleitete Ausgänge und der Organisation von Festen und Veranstaltungen zu erhalten und zu fördern.

Im weiteren Verlauf werden soziale Kompetenzen gezielt erweitert und die Verantwortungsübernahme (Recovery) gefördert. Unternehmungen außerhalb des Klinikgeländes ermöglichen die schrittweise Teilhabe am „normalen“ Leben außerhalb des Klinikalltags. Bei Unternehmungen wie z. B. Essen gehen, Einkaufen, Kochen, Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln, Sportveranstaltungen usw. werden Aufgaben der Planung und Durchführungen an die Patienten abgegeben. Dabei steht immer das adäquate, kompetente und eigenständige Handeln im Fokus.

Am Ende der Behandlung werden differenzierte Themen wie z. B. die Wohnungssuche, Arbeitserprobung, das Erkennen von Frühwarnzeichen und das Annehmen von Hilfen gefördert. Selbständigkeit in der Bewältigung der Tagesstruktur und alltagspraktische Tätigkeiten wird gezielt trainiert.