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Förderung der Kontinenz

Funktion der Blasenentleerung

Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand veranlassen die Meldung der Blasenfüllung über das Rückenmark zum Gehirn. In dem Moment wird uns bewusst, dass ein Harndrang vorhanden ist und wir Wasser lassen müssen. Vom Gehirn werden nun hemmende Impulse zurück zur Harnblase entsandt. Sie verhindern die automatische Miktion (Blasenentleerung).

Eine Kontraktion (Zusammenziehen) des Blasenmuskels findet erst dann statt, wenn wir bewusst die Hemmung aufheben, also dann, wenn wir die Toilette aufsuchen. Gleichzeitig und automatisch wird mit der nun folgenden Kontraktion der Blasenmuskulatur auch der Blasenhals geöffnet. Die Harnblase zieht sich zusammen und die Beckenbodenmuskulatur senkt sich. Willentlich öffnet sich der äußere Schließmuskel. Nach Beendigung der Miktion kontrahiert der Schließmuskel wieder und die Blase kann sich erneut füllen.

Was ist Inkontinenz?

Kontinenz bedeutet das willentliche Zurückhalten von Urin bis zum Erreichen einer Toilette. Auch der Zeitpunkt der Entleerung kann selbstbestimmt werden. Ist diese Funktion gestört, spricht man von Harninkontinenz (Blasenschwäche).

Harninkontinenz ist eine Erkrankung. Je frühzeitiger gehandelt und vor allem behandelt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Nur in wenigen Fällen ist die Symptomatik der Harninkontinenz auf eine Erkrankung des unteren Urogenitaltraktes selbst zurück zu führen.

Was führt zu Harninkontinenz?

Bei den Jüngeren sind vermehrt Unfälle oder Wirbelsäulenerkrankungen die Ursache. Bei Älteren sind es häufig Muskelschwächen oder Missempfindungen (z. B. Hormonumstellung bei Frauen in und nach den Wechseljahren).

Andere Ursachen können sein: bestimmte Medikamente, krankhafte organische Veränderungen, Harnwegsinfektionen, Obstipation, Schwangerschaft, angeborene Harninkontinenz, psychische Faktoren wie z. B. Ängste oder traumatische Erlebnisse.

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es?

Stressinkontinenz 1.-3. Grades, auch als Belastungsinkontinenz bekannt: Unkontrollierter Harnverlust bei körperlicher Anstrengung, z. B. beim Lachen, Husten, Niesen, Heben und Tragen.

Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz): Außergewöhnlich hohes und häufiges Drangempfinden, dem oft sehr schnell nachgekommen werden muss.

  • motorische Dranginkontinenz
  • sensorische Dranginkontinenz

Überlaufinkontinenz (Tröpfelinkontinenz): Tröpfchenweiser Abgang kleinerer Urinmengen, während die Blase gefüllt bleibt.

Reflexinkontinenz: Gemindertes oder fehlendes Gefühl des Harndrangs. Die Blasenentleerung kann durch einen Reflex (z. B. dem Geräusch von fließendem Wasser) ausgelöst werden.

Funktionelle Harninkontinenz: Beeinträchtigung eines normalerweise kontinenten Menschen, die Toilette (rechtzeitig) zu erreichen oder zu finden.

Was können Sie tun?

  • Blasentraining
  • Beckenbodentraining
  • Toilettentraining
  • Täglich mindestens 1,5 Liter trinken
  • Gewichtsabnahme bei Übergewicht
  • Ballaststoffreiche Ernährung, um Obstipation vorzubeugen
  • Barrierefreie Umgebung schaffen
  • Mobilität erhalten

Welche Hilfsmittel können verwendet werden?

Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen bei Bedarf Hilfsmittel verordnen.

Aufsaugende Hilfsmittel, z. B.

  • Inkontinenzeinlagen
  • Inkontinenzslips
  • Einweg- und Mehrwegbettschutz

Mobile Toilettenhilfen

  • Toilettenstuhl
  • Steckbecken
  • Urinflaschen

Ableitende Hilfsmittel

  • Kondomurinale
  • Blasenkatheter

Funktionell-anatomische Hilfsmittel

  • Pessare, Tampons zur Stützung des Blasenhalses und der Harnröhre