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Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie im "ABC der Psychiatrie" Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und weitere Themen rund um die Psychiatrie.

Psychiatrie von A-Z

Erfahren Sie wissenswertes

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Magersucht/Anorexie

Von Magersucht (Anorexie) sind vor allem junge Frauen und Mädchen betroffen. Sie halten sich für zu dick oder haben große Angst davor, dick zu werden, auch wenn sie bereits erhebliches Untergewicht haben. Die Betroffenen weigern sich zu essen, obwohl sie nicht unter Appetitlosigkeit leiden. Sie haben einen starken Drang sich zu bewegen, manche treiben exzessiv Sport. Sie reduzieren ihr Körpergewicht immer weiter durch Abführmittel und Appetitzügler und essen immer weniger. Magersucht nimmt nicht selten einen sehr dramatischen Verlauf: Die Patient_innen magern völlig ab, manchmal bis auf 25 Kilogramm, einige sterben. Für die Familie oder Freunde ist das Verhalten unbegreiflich. Die Betroffenen sehen zu Beginn nicht ein, dass sie krank sind, meist werden sie erst nach Monaten oder Jahren behandelt. Im Krankenhaus müssen die völlig abgemagerten Patient_innen vor allem wieder an Gewicht zunehmen und zu Kräften kommen, manchmal muss Zwang angewandt werden, wenn sie die Nahrung weiterhin verweigern.

Manie

Eine Manie tritt selten allein auf. Meist durchleben Betroffene abwechselnd eine Phase gehobener Stimmung (Manie) und eine Phase niedergedrückter Stimmung (Depression). Von dieser so genannten Zyklothymie sind in Deutschland knapp fünf Prozent der Bevölkerung betroffen. In der manischen Phase erleben die Betreffenden eine krankhafte Hochstimmung, die mit der tatsächlichen Situation nichts zu tun hat. Ihre grundlose Heiterkeit kann in Gereiztheit und Aggressivität umschlagen, häufiger sind aber Distanzlosigkeit,<br />Ablenkbarkeit und Selbstüberschätzung. Manchmal kommt es zu Wahnideen oder Halluzinationen. Die Manie ist für die Betroffenen meist angenehm, deshalb sehen sie oft nicht ein, dass sie krank sind. Dies kann die Behandlung anfangs sehr erschweren. Betroffene haben häufig den Drang zu reden und zu schreiben, sie telefonieren ständig, reisen ziellos umher oder verfallen in einen Kaufrausch. Nicht selten müssen sie zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen werden, um verhängnisvolle Konsequenzen für die Partnerschaft, den Beruf und die Familie zu vermeiden. Häufig kann eine Behandlung unter geschlossenen Bedingungen nicht umgangen werden. Dort sind die Patient_innen am ehesten von störenden Außenreizen abgeschirmt. Die Betreffenden werden zunächst mit Medikamenten behandelt, sehr wichtig ist aber auch ein gleich bleibender freundlich-zurückhaltender Kontakt zu Therapeut_innen und Pflegepersonal.

Mobbing

Der Begriff Mobbing kommt aus dem Englischen und steht für bedrängen, über jemanden herfallen. Im deutschsprachigen Raum ist mit dem Begriff regelmäßiges Schikanieren, Drangsalieren oder Benachteiligen, u. a. am Arbeitsplatz, gemeint. Es kann von Kolleg_innen und von Vorgesetzten ausgehen.<br />Auch in der Schule und im Internet/den sozialen Medien wird Mobbing inzwischen als ernsthaftes Problem betrachtet. Mobbing wird u. a. durch typische Organisationsschwächen begünstigt wie Arbeitsorganisation ohne Mitarbeiterbezug oder nichttransparente Abläufe und Entscheidungen. Verstärkend sind Rahmenbedingungen, die zu einer hohen Belastung der Beschäftigten führen und sich negativ auf Betriebsklima und Zusammenarbeit auswirken. Rund elf Prozent aller Erwerbstätigen sind von Mobbing betroffen. Sie leiden unter zahlreichen physischen und psychischen Folgen wie Demotivation, starkem Misstrauen, Nervosität, Ohnmachtsgefühle oder Angstzustände. Betroffene können sich wehren, indem sie sich beispielsweise bei den zuständigen Stellen im Betrieb beschweren und ihren Betriebs- oder Personalrat hinzuziehen. Weitere Anlaufstellen sind Mobbingberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, spezialisierte Anwälte für Arbeitsrecht oder Psychotherapeut_innen. Zahlreiche Fachbücher, Broschüren und Internetseiten geben Tipps zum Vorgehen. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Arbeitnehmer das Recht, bei Mobbing die Arbeit zu verweigern. In einzelnen Fällen steht den Betroffenen ein Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz zu.
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