Alltagstraining

Einkaufen

Eines unserer vielen Angebote, das wirkliche Leben nicht auszugrenzen, ist das Einkaufen. Patient*innen können sich melden oder werden durch uns motiviert, an der wöchentlichen Einkaufsfahrt teilzunehmen. Dort zeigt sich bei manchen Patient*innen, die vor der Erkrankung ihre Einkäufe ohne Schwierigkeiten gelöst haben, eine Verunsicherung, die Schwierigkeit, die Warenanordnung des Supermarktes zu erkennen und die gewünschten Artikel zu finden, oder auch die Scheu, das Bedienungspersonal zu fragen und um Hilfe zu bitten. Die Gruppe outet sich im Supermarkt  nicht als Patient*innen, kann also keine besondere Zuvorkommenheit oder „therapeutische Sensibilität“ erwarten, sondern nur eine Bedienung, wie sie jede*r Kund*in erfährt.

Immer wieder zeigt es sich: Einkaufen ist grundsätzlich etwas Schönes, etwas Lustvolles, etwas, was Freude macht. Und was Freude macht, ist in der Behandlung depressiver Patient*innen immer richtig und wichtig, denn erlebte Freude verbreitet sich auch auf andere Bereiche. Und immer wieder schätzen Patient*innen bei diesen Einkaufstouren auch die besondere Erfahrung eines Gruppenerlebnisses.

Backen

 

Einmal in der Woche bieten wir interessierten Patient*innen die Möglichkeit an, sich in der Küche zu erproben. Als besonders geeignet für diese Aufgabe hat sich das Backen erwiesen. In der Küche begegnet den Patient*innen eine vertraute Welt. Allerdings ist bei vielen Patient*innen das Selbstvertrauen stark eingeschränkt und sie trauen sich nichts mehr zu. Die Einladung zum Backen verlangt deshalb eine sehr sensible Motivation, damit denkbare Misserfolgserlebnisse sich nicht negativ auf das Befinden der Patient*innen auswirken. Solche Befürchtungen erweisen sich jedoch erfreulicherweise fast immer als unbegründet.

Natürlich ist die Aufgabe, einen Kuchen zu backen, für die Patient*innen mit einer Anstrengung verbunden: Sie müssen sich entscheiden, welche Art von Kuchen sie wählen wollen, sie müssen ein Rezept zusammenstellen, die benötigten Zutaten auflisten und mengenmäßig errechnen, und sie müssen im Rahmen der Einkaufsfahrt diese Zutaten im Supermarkt auswählen, kaufen und bezahlen. Während bei vielen Gruppentherapien die Erfolge erst später in das praktische Leben übertragen werden, sehen die Patient*innen beim Backen das Ergebnis sofort. Die Freude, die sie bei diesem Ergebnis erfahren, kommt auch noch auf eine andere Weise zurück: Da der Kuchen zum Nachmittagskaffee serviert wird, backen die Patient*innen für ihre Mitpatient*innen.