Am 27. Januar wird in Deutschland der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Dieser Tag erinnert an Millionen Menschen, die unter der Gewaltherrschaft des NS-Regimes verfolgt und ermordet wurden.
Auch die damalige Heilanstalt Weinsberg war von diesen Verbrechen betroffen. Am 18. Januar 1940 begann im Rahmen des sogenannten Euthanasieprogramms „Aktion T4“ das systematische Töten in der Tötungsanstalt Grafeneck. Menschen, die als „unheilbar psychisch krank“ galten, wurden deportiert und ermordet.
Nach der offiziellen Einstellung der Aktion im Jahr 1941 hörte das Sterben nicht auf: Patientinnen und Patienten wurden durch Hunger und fehlende medizinische Versorgung dem Tod überlassen. Insgesamt fielen der NS-„Euthanasie“ rund 300.000 Menschen zum Opfer – allein in Grafeneck waren es 10.654, darunter 908 Patientinnen und Patienten aus Weinsberg, die in den berüchtigten „Grauen Bussen“ dorthin gebracht wurden.
Heute erinnern ein Gedenkstein und ein Mahnmal auf dem Gelände des Klinikums am Weissenhof an diese Opfer. Jahrzehntelang wurde dieses Kapitel verdrängt; erst in den 1980er Jahren begann eine umfassendere Aufarbeitung. Der nationale Gedenktag wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt.
Unser Beitrag zum Gedenktag 2026
Das Klinikum am Weissenhof legt auch in diesem Jahr einen Kranz am Gedenkstein neben der Klinikkirche nieder. Eine öffentliche Veranstaltung findet vor Ort nicht statt. Die zentrale Gedenkfeier der Zentren für Psychiatrie wird in diesem Jahr im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen ausgerichtet.
Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten – damit sich solche Verbrechen niemals wiederholen.

