Jugendstation

"Ich bin nicht die einzige mit diesen Problemen."
"Ich kann wieder besser schlafen."
"Ich bin nicht mehr so pingelig bei der Auswahl vom Essen."
"Ich habe mich bei einer alten Freundin gemeldet.
"

Mit solchen Sätzen haben Patient*innen auf der Jugendstation positive Veränderungen beschrieben, die sie in verschiedenen Phasen der Behandlung wahrgenommen haben. Am Beginn einer Behandlung steht meist die Erfahrung, das eigene Verhalten nicht mehr wirklich „im Griff zu haben“ und sich selbst und andere nicht mehr richtig zu verstehen. In der Behandlung kommt es darauf an, zusammen mit den Therapeut*innen und Stationsbetreuer*innen eine gute Balance zu finden zwischen:

…sich auf die Probleme zu konzentrieren,
…die eigenen Stärken (wieder) zu finden.
…Belastung (wieder) auszuhalten,
…Entspannung und Ablenkung zu zulassen
…das Auftauchen schwieriger Gefühle zu verstehen,
…Lösungen zu suchen.
…neue Lösungen im Verlauf der Behandlung zu probieren.
…passende Hilfen für die Zeit nach der Entlassung zu finden.

Im Jugendbereich behandeln wir psychische Störungen und Erkrankungen, die mit erheblichen Problemen bei der Alltagsbewältigung verbunden sind.

Die Behandlungsdauer hängt von der Art der Störung und dem Krankheitsverlauf ab. Am besten geht es voran, wenn es gelingt, gegenseitig Vertrauen und Offenheit zu entwickeln und Patient*innen und Eltern/Bezugspersonen aktiv in der Behandlung mitarbeiten.
 
Im Jugendbereich arbeiten Fachärzt*innen und Ärzt*innen in Weiterbildung, Psycholog*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen in Ausbildung, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen und Fachtherapeut*innen (Bewegungs-, Musik- und Ergotherapie) im Team zusammen.

Die auf dem Klinikgelände liegende Schule für Kranke bietet Unterricht an und hilft Ängste gegenüber der Schule abzubauen.

Wichtige Bausteine von Behandlungen sind Medikation, über die nach standardisierten Richtlinien aufgeklärt wird, und Aktivierung, die durch Einzel- und Gruppenangebote erfolgt. Ein Beispiel für einen Wochenplan und die Hausordnung der Jugendstation sind hier zu finden.
Jede*r Patient*in hat in der Klinik eine*n fallführende*n Therapeut*in, der für die Behandlung besonders zuständig ist und die Einzel- und Familiengespräche führt. Regelmäßige psychotherapeutische und fachärztliche Visiten sorgen für eine kontinuierliche Beurteilung des Therapieverlaufs.

Oft geht es darum, längerfristige Hilfen für die Zeit nach der Entlassung zu finden und anschließende Behandlungen vorzubereiten. Unser Sozialdienst unterstützt bei Bedarf die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe oder anderen Hilfetragenden. Meistens geht es auch darum, einen neuen Umgang mit Problemen einzuüben und Interessen neu zu finden oder wieder zu entdecken. Hierbei unterstützen und begleiten die Betreuenden des Pflege- und Erziehungsdienstes auf Station in Zusammenarbeit mit dem ganzen Team.