Informationen für Patient*innen mit minderjährigen Kindern
Untersuchungen zeigen, dass Patient*innen mit minderjährigen Kindern für die eigene Gesundheit empfohlene Krankenhausbehandlungen gehäuft verschieben oder abbrechen, um zuhause sein zu können. Untersuchungen zeigen auch, wie wichtig es für die familiäre Situation und die Gesundheit der Kinder ist, dass erkrankte Mütter oder Väter Behandlungen wirklich nutzen. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, dass Patient*innen mit minderjährigen Kindern empfohlene Behandlungen für sich und ihre Familie nutzen.
Unsere Hilfs- und Unterstützungsangebote für Patient*innen mit Kindern umfassen:
Wir bemühen uns, Ihre familiäre Situation in den Behandlungen möglichst passend zu berücksichtigen. Auf den Stationen und in unserem Sozialdienst haben Kolleg*innen die Rolle von Kinderbeauftragten übernommen und bieten das Gespräch und Unterstützung an. Auch Ihre ärztlichen und psychologischen Behandler*innen wissen um die Bedeutung des Themas.
Das Auftreten psychischer Erkrankungen lässt bei allen Familienmitgliedern natürlicherweise Unsicherheit und Stress entstehen. Je besser es gelingt, auch den Kindern ein altersgerechtes Verständnis der Problematik zu ermöglichen, umso resilienter kann die Bewältigung der Situation erfolgen. Sprechen Sie Ihre Behandler*innen oder unsere Kinderbeauftragten auf das Thema an. Auf den Stationen stehen zudem kindgerechte Bücher zur Verfügung, die im Gespräch hilfreich sein können.
Außerhalb der hochakuten Behandlungsbereiche gehören auch bei uns Besuche, wie in jedem Krankenhaus dazu. Auf den meisten unserer offenen Stationen werden Spielmaterialien für den Besuch von Kindern vorgehalten. Bitte sprechen Sie die Stationsteams an. Auf unserem Parkgelände können u.a. das Tiergehege und die Minigolfanlage für gemeinsame Familienaktivitäten von Interesse sein.
1. Medizinische Hilfe
Bestimmt kennen Sie die Aufforderung im Flugzeug, wenn erklärt wird, dass im Krisenfall zuerst die Erwachsenen selbst die Maske mit Sauerstoff aufsetzen müssen und Sie erst danach eine Maske dem Kind anbringen.
Als erkranktes Elternteil ist es ähnlich. Es ist wichtig – für Sie und Ihre Familie - dass Sie die nötige medizinische Behandlung in Anspruch nehmen. Nur wenn Sie für sich ausreichend Sorge tragen, können Sie ausreichend für Ihr Kind sorgen.
Schenken Sie den Menschen, die Sie medizinisch und therapeutisch behandeln Ihr Vertrauen! So früh wie möglich und so lange wie nötig!
2. Offene Gespräche mit den Kindern helfen!
Psychische Beschwerden gehören zum Leben - genauso wie körperliche Erkrankungen. Niemand ist daran schuld und außerdem kann man etwas dagegen tun. Erklären Sie dies Ihren Kindern und teilen Sie Ihnen mit, dass Sie gemeinsam mit den Fachleuten Wege suchen, Ihrer Erkrankung entgegenzuwirken.
Kinder merken - egal wie klein sie sind - wenn etwas nicht stimmt. Oft fragen sie dann bei den Eltern oder anderen Vertrauenspersonen nach. Manche Kinder behalten die Probleme aber auch für sich und fangen an zu grübeln. Es ist wichtig im Gespräch zu bleiben.
Sie haben vielleicht Sorge, dass Sie Ihr Kind damit belasten. In Ihrer Verantwortung als Eltern wägen Sie ja immer wieder sorgfältig ab, was Sie Ihren Kindern über herausfordernde Dinge im Leben erzählen wollen. Doch die Erfahrung zeigt, dass Kinder eher entlastet werden, wenn sie wissenwarum Eltern im Moment anders reagieren als sonst. Ein vertrauensvolles, altersgerechtes Gespräch darüber hilft ihnen.
Für die ganze Familie kann sich die Atmosphäre entspannen, wenn gemeinsam Verständnis für die Erkrankung entsteht. Es gibt sehr hilfreiche und anschauliche Bilderbücher, um selbst ganz kleinen Kindern schon nahezubringen, was Psychische Erkrankungen sind und wie sich diese auswirken können.
Hilfreiche Materialien und eine beispielhafte Buchliste finden Sie auf der Webseite von “Stark im Sturm”.
Kindgerechte Erläuterungen zu bestimmten Krankheitsbildern finden Sie beispielsweise auf der Webseite Beratungsstelle Südviertel e.V., Münster
3. Griffbereit: Ein Notfallplan gibt Sicherheit
Für Krisenzeiten ist es sehr hilfreich, wenn alle Familienmitglieder ausreichend vorbereitet sind und wissen, was sie dann tun können. Eine Liste mit wichtigen Kontakte, Ansprechpersonen und besondere Verabredungen ist dann Gold wert.
Eltern können diese Liste mit den Kindern in ruhigen Zeiten vorbereiten und ganz konkrete Schritte notieren, was dann wer wo und wie machen kann und was mit bestimmten Personen im Vorfeld abgesprochen wurde. Ein einfacher Zettel am Küchenschrank oder auch ein umfangreicher Plan in der Schublade. Wenn die Not und Überforderung zunimmt, können sich alle daran orientieren.
Eine Anleitungshilfe für Krisenpläne finden Sie zum Beispiel auf der Webseite A:Aufklaren - Expertise und Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern, Hamburg.
Im Hilfefinder der Webseite “Stark im Sturm” sind Familienberatungsstellen, Psychologische Beratungsstellen oder auch Suchtberatungsstellen in Ihrer Nähe aufgelistet. Anhand Ihrer Postleitzahl können Sie sich schnell einen Überblick verschaffen, wo Ihnen und Ihrer Familie Hilfe angeboten werden kann. Auch digitale Angebote oder spezielle Telefonhotlines finden Sie dort.
